, Beate Götz / al

Besamungslehrgang in Esslingen...

... im schönen Bienengarten des Imkervereins Esslingen

Lehrgang: Instrumentelle Besamung von Bienenköniginnen in Esslingen

 
Am Samstag, den 31.5. begann der 2-tägige Lehrgang zum instrumentellen Besamen von Königinnen im Bienengarten des Bienenzüchtervereins Esslingen bei schönstem Wetter und allerseits bester Laune.
Kursleiter waren Matthias Arndt und Kai Stümer, Mann für alles Andere: Ralf Alles.
 
 
Bei Ankunft überraschte mich der Garten: bestückt und geschmückt mit gefühlt hunderten bunten Begattungskästchen auf extra aufgestellten Biertischen, allesamt mit friedlichem Bienenflug, im Schatten der großen Platanen.
 
 
Drinnen im Vereinsgebäude herrschte hochmotiviertes Treiben:
Jeder baute seinen Arbeitsplatz auf, hier glich keiner dem anderen. Vielleicht gab es hier und da die gleiche Grundausstattung des Besamungsgeräts, aber der Rest, nämlich Mikroskop, Beleuchtung, Narkoseeinrichtung – ein Jeder hatte sich da nach eigenem Gutdünken und Bedürfnissen eingerichtet. Die Leihgeräte waren gut in Schuss, sauber und wurden schnell aufgebaut.
 
 
Uns wurde zuerst die Wichtigkeit der Sterilisation der Gerätschaften erklärt und durchgeführt, uns wurde eingebläut, wie wichtig Keimfreiheit sei, und dann ging es auch schon los mit dem Praktischen und Zeitaufwändigsten: Spermaaufnahme. Drohnen sammeln (erst mal Wald-und Wiesendrohnen zum Üben), deren Geschlechtsteil stülpen, Sperma aufnehmen in die Kanüle. Für diesen Vorgang brauchten Alle dermaßen unterschiedlich Zeit, dass der erste Besamungsvorgang an der selber mitgebrachten Königin, am Diskussionsmikroskop, zusammen mit Kai Stürmer zeitlich ganz geschmeidig von statten ging. Hierbei schaute Kai in ein zweites, eigenes Okular und gab minutiöse Anweisungen, welche Hand ganz genau was zu tun habe. Es konnte sozusagen nichts schief gehen. Danke Kai für die Engelsgeduld, für die bis zur letzten Sekunde des Lehrgangs durchgängige Fachmännigkeit, für die Ruhe in Person, die bald jeden Zweifler zum Erfolg begleitet. 
 
 
Am Platz wurden die Teilnehmer von Matthias Arndt betreut. Nach der ersten begleiteten Besamung wurden wir allein auf unsere Königinnen losgelassen. Nicht ganz, denn Matthias erschien immer zur rechten Sekunde, wenn es ernst, nötig, brenzlich oder nach Erfolg erfreulich wurde! Für alle Fragen hatte er Antworten, für alle Probleme Lösungen, für jedes Missgeschick eine helfende Hand, immer freundlich und kompetent. Was für ein Glück, dass die Imkerei mit solchen erfahrenen Menschen gesegnet ist.
 
 

Matthias hatte auch stets einen Blick auf seine Drohnenvölker, denen wir dann auch bald Drohnen entnehmen durften. Da gehört bestimmt auch einiges dazu: Varroaresistente Drohnenvölker monatelang aufzubauen – und dann wird da innerhalb weniger Tage alles niedergemäht…!

Danke Matthias für die super Begleitung, das Nicht-Müde-werden beim Erklären, wie das Sperma aufgenommen wird (und wie nicht), für die Unterhaltungen, das Aufbauen und vieles Mehr!

Und dann das vielleicht Wichtigste: die Verpflegung! Kaffee, Getränke und Knabberkram im Überfluss, am Samstag köstliche Bolognese und am Sonntag Linsen & Spätzle. Danke Ralf! War saulecker!

Im Großen und Ganzen ein super Wochenende und ein erfolgreicher Lehrgang.

Was mir gefehlt hat, waren die theoretischen Grundlagen, die zwar angekündigt, aber nicht im großen Rahmen vermittelt wurden. Im Grunde ist das aber kein Minuspunkt, denn wollte man etwas wissen, gab es im kleinen Kreis 100% fachkundige Auskunft, incl. Tipps und Tricks. Den Rest liest man sich lieber in seiner Freizeit Zuhause an, und verplempert die kostbaren Stunden mit den Besamungs-Koryphäen nicht mit Theorie. Noch besser allerdings macht man das vor dem Lehrgang. Das war übrigens auch die Empfehlung der Referenten, die uns vor dem Lehrgang per Mail schon gut informierten und auch zeitgenaue Anweisungen gaben, was wann in der Königinnenvermehrung zu tun sei, damit die Königinnen zum Besamungstermin optimal sind.

 

Danke Buckfast-Süd für den Lehrgang.

Ein Hoch auf den Weg zum Erfolg zur Varroamilbenresistenz.