Ausflug zu unseren Schweizer Mitgliedern...
Ausflug der Buckfastimker-Süd in die Schweiz
Den in 2024 geplante Ausflug in die Schweiz zu unseren Mitgliedern, die Brüder Severin und Werner Hummel, haben wir nun in 2025 durchgeführt.
Die Mitglieder von Buckfastimker-Süd haben ein wunderbares, lehrreiches und auch abenteuerliches Wochenende in der Schweiz erlebt.
Auch wenn das Programm bekannt war, so war jede Stunde für uns alles andere als das „Übliche“.
Da haben sich Severin und Werner schon ganz schön ins Zeug gelegt.
Natürlich ist der Fokus bei Imkern immer das Thema Bienen, aber der Ausflug bot noch viel mehr, als „nur“ die Fahrten zu den Belegstellen.
Ich möchte Euch mitnehmen auf die Reise…
Pünktlich trafen am Freitag alle Teilnehmer teils in Fahrgemeinschaften, teils alleine aus allen Richtungen ein.
Wenn man sich nicht schon kannte, so kam es einem nach einer kurzen Vorstellung schon bald so vor.
Treffpunkt war der Fabrikladen der Keksfabrik KEGI im Städtchen Lichtensteig. Dort haben wir uns vorab mit Leckereien eingedeckt, sodass wir für die nächsten Tage gut versorgt waren. Dass diese Vorsorge völlig unnötig war, durften wir schon bald feststellen und wir haben jetzt bestimmt eine prall gefüllte Keksschublade zu Hause.
Natürlich, wie es sich gehört, trafen Severin und Werner als Letzte ein aber nicht alleine… Adrian und Sascha (auch Mitglieder bei Süd), ebenfalls Imker aus Leidenschaft und gute Freunde, haben von nun an alles getan, dass es uns an nichts fehlen solle, somit konnte das Wochenende starten.
Nach einer kurzen Stadtführung war das Ziel eine weltbekannte Käserei, nämlich die des Käsemeister‘s Willi Schmid. Die Käserei ist klein aber fein und hat es in sich. Willi Schmid hat ein Händchen für Käsekreationen und vermarktet mehr als 25 eigene Käsesorten in alle Welt.
Der krönende Abschluss war dann eine Käsedegustation die uns allen noch lange in Erinnerung bleibt.
Dem Erlebten nicht genug, war die nächste Station ein Schweizer Landgasthof, der uns dann den Magen völlig füllte.
Danach fuhren wir noch ca. 1,5 Stunden weiter zum Hotel und bezogen unsere Zimmer, die für die nächsten 2 Tage unser zu Hause werden sollten.
Aber, wer denkt, das war’s am ersten Tag, der liegt falsch. Severin hatte schon das nächste Attentat auf unsere Mägen reserviert, das Nachtessen musste ja schließlich auch noch sein.
Mit vielen imkerlichen Fachgesprächen und noch mehr Wein, Bier und Gesang ging der erste Tage zu Ende
Samstag
Nach dem Frühstück waren wir um 9:00 Uhr startklar.
Wir besuchten das Agrar- und Bienenmuseum Burgrain.
Das Museum war spektakulär und gespickt mit so vielen Informationen, dass die Zeit für uns viel zu kurz war, wir konnten die Eindrücke gar nicht ganz genießen. Normalerweise sollte man sich für dieses Museum 2 Tage Zeit nehmen.
Das nächste Ziel war die Vorstellung des Schweizer Vereins Buckfast IGEL (Interessengemeinschaft Linienzucht https://buckfast-igel.ch/) durch den Präsidenten Andreas Naef persönlich, ebenfalls Mitglied bei Buckfastimker-Süd. Andreas Naef berichtete uns von der wichtigen Zusammenarbeit aller Imker. Egal welche Betriebsweise und Bienenrasse, wichtig ist vor Allem der gute Umgang der untereinander herrscht und man freut sich über die Zusammenarbeit über Vereinsgrenzen hinaus.
Natürlich war danach ein ausgiebiges Mittagessen angesagt, wer hätte das gedacht!
Frisch gestärkt ging es weiter zur Zuchtstation von Severin und Werner.
Das Interesse ist groß gewesen, viele Fragen wurden beantwortet,
genau das macht solche Ausflüge aus, weil die Profi’s aus dem Nähkästchen plaudern und jeder für sich interessante Praktiken und Ideen mitnehmen kann.
Einen ausführlichen Bericht von Severin selbst, zur Entstehung und den Grundgedanken seiner Imkerei lest Ihr am Ende meines Berichtes
Das Programm war zwar auch an diesem Tag zu Ende, aber der Ausklang bei bestem Essen und anschließenden Getränken war wieder legendär.
Sonntag
diesmal 8:00 Uhr Abfahrt. Ausschlafen…weit gefehlt, das kann man auch zu Hause.
Heute ist der Tag mit dem Besuch der beiden Gebirgsbelegstellen, welche sich auf ca. 1200 und 1400 Metern befinden.
Wir waren sehr gespannt.
Nach kurzer Autobahnfahrt werden die Straßen merklich schmaler dann geht’s los, die Straße wird zum Weg, der Winkel wird steiler. Wir sind angewiesen Abstand zu lassen, Gegenverkehr ist unmöglich, letzte Chance, Ausweichbucht.
Irgendwie will man nicht auf der Talseite aus dem Fenster schauen, denn da ist nichts, der Blick nach oben oder Richtung Berg wird dafür belohnt.
Plötzlich öffnet sich der Horizont und wir sind nicht mehr alleine, da kommen auch noch Kühe,
die keine Ausweichbucht kennen, da heißt es warten.
Am Ende wird die Fahrt, die bergauf mehr als eine halbe Stunde gedauert hat, belohnt.
Aus dem Nichts taucht die bekannte Silhouette
von prächtigen Bienenvölkern auf, wir sind am Ziel.
Ein TOP Platz, eine sichere Belegstelle, hier ist eine reine Anpaarung der Prinzessinnen garantiert.
Aber da war doch noch was… ja richtig, eine zweite Belegstelle… das nächste Ziel.
Im Tal angekommen gehts auch schon zum zweiten Ziel an dem Tag und dem Letzten auf unserer Reise.
Der Weg zur zweiten Belegstelle ist diesmal nicht so beengt, es geht auch schneller. Auch wissen wir, dass wir noch ein Abschiedsessen bekommen, denn die Heimfahrt soll ja nicht hungrig erfolgen.
Die Belegstelle, diesmal nicht ganz so hoch, sondern nur auf 1200 Meter ist bald erreicht. Severin ist bis zuletzt für Überraschungen gut… Niemand weiß wo das Abschiedsessen stattfinden wird, weit und breit kein Restaurant, nur eine nette Grillstelle mit Grillhütte an einem Bachlauf, an der 3 Personen an einem Feuerplatz in einem viel zu großen Topf Essen über offenem Feuer zubereiteten.
Überraschung auch diesmal geglückt, wir werden mit einem Abschiedsessen verköstigt das von lieben Freunden Severin’s zubereitet wurde.
Auf der Heimfahrt schweifen meine Gedanken rückblickend durch die letzten 3 Tage.
Es war schön, das Wochenende in der Schweiz, vielen Dank Severin, Werner, Adrian und Sascha...
Im August 2025, Andreas Ludwig
Zwei eigene Belegstellen für die Buckfastzucht – Die Geschichte der Imkerei Hummel
von Severin Hummel
Wie kam es dazu, dass die Imkerei Severin Hummel heute zwei private Belegstellen betreibt?
Die Geschichte beginnt im Jahr 2008. Seit mehreren Jahren hatte ich die verschiedenen Belegstellen in der Schweiz besucht und dabei festgestellt, dass wir ein Problem haben: Durch die sogenannten „Pool-Anpaarungen“ entstand eine große Streuung. Damit arbeiteten wir gegen die Lehren von Prof. Armbruster und Bruder Adam – und nicht im Sinne der Werte, welche die Buckfastzucht ausmachen.
Aus diesem Grund starteten wir 2008 mit der ersten Linienbelegstelle. Sie bildete die Grundlage, um unsere Zucht konsequent weiterzuentwickeln. Denn eigentlich lässt sich Zucht in einem Satz beschreiben: „Wenn man den Vater nicht kennt, weiß man nicht, was man tut.“
Im Jahr 2016 folgte die zweite Linienbelegstelle. Damit schufen wir eine wichtige Voraussetzung, um gezielt Eigenschaften über Linienverpaarungen weiterzugeben. Diese Belegstellen sind heute das Rückgrat unserer Zucht und unserer Imkerei – sie ermöglichen uns, Bienen zu züchten, die unseren Ansprüchen entsprechen. Das Potenzial ist noch längst nicht ausgeschöpft.
Unser Ziel ist es, der Buckfastzucht sowie den Überlegungen von Prof. Armbruster und den praktischen Arbeiten von Bruder Adam gerecht zu werden. Wir lassen uns nicht in starre Schemata drücken, sondern beschreiten und entwickeln den von Bruder Adam eingeschlagenen Zuchtweg konsequent weiter. Denn das Potenzial, das durch Kreuzungs- und Kombinationszucht in Verbindung mit Linienzucht möglich wird, darf nicht unterschätzt werden: Hier können genetische Grenzen überwunden werden.
Zucht ist letztlich auch immer „Personenzucht“ – der Züchter selbst hat Ansprüche an die Bienen, die sich sowohl aus dem Genotyp als auch aus dem Phänotyp ergeben. Vereinfacht gesagt: Wir züchten die Bienen, die unter den Bedingungen, in denen der Imker lebt, am besten funktionieren.
Unser Weg erfordert, dass wir nach neuen Herkünften suchen – nach Bienengenetik und Eigenschaften, die unsere Linien weiterbringen können. Besonders wertvoll sind dabei Herkünfte aus höheren Lagen oder Klimazonen mit Übergangsbedingungen. Denn dort hat die Natur bereits als größter Züchter gearbeitet: Die Bienen mussten sich anpassen, um zu überleben. Damit haben wir eine solide Grundlage. Entscheidend ist, genau zu wissen, welche Eigenschaften uns in der Zucht weiterbringen. So bleiben wir unseren Werten treu und entwickeln den Weg der Buckfastbienen weiter.
Severin Hummel