Varroa? Nein Danke!...
Der Drohn als Copy-Shop der Natur
am Samstag, 10.01.2026 fand unser Jahresfest mit Frühschoppen statt. Wer nicht dabei war, hat richtig was verpasst. Nicht nur der Austausch unter den Imkern war toll, das Essen war ein Genuss:
Zum Frühstück gab es Manfred's Brot und Zopfbrot mit den
unterschiedlichen Honigen unserer Mitglieder und am Nachmittag konnte jeder aus einem reichhaltigen Buffet seine persönliche Auswahl treffen.
Der Vortrag von Dr. Frank Mallwitz war eine Wucht. Jeder hing an seinen Lippen, allzu oft bekommt man ihn auch nicht zu sehen, schließlich lebt er auf Teneriffa.
Schon am Abend zuvor, bei einem gemütlichen Stammtisch, hatte er zu jeder Frage eine gut begründete Antwort.
Nun zurück zu dem denkwürdigen Satz: Wer nicht dabei war, hat wirklich was verpasst … oder liest hier weiter um wenigstens eine Zusammenfassung des Vortrages mit dem Titel: „Varroa? Nein Danke! – Wege zur resistenten Biene, mittels Besamung und Dominanzbelegstelle“ zu erhalten
Das Problem Varroa gilt laut Dr. Frank Mallwitz als gelöst, sofern wir bereit sind, konsequent auf Selektion und Paarungskontrolle zu setzen. Es geht nicht um komplizierte Wissenschaft, sondern um die Anwendung einfacher genetischer Prinzipien in der regionalen Imkerei.
Genetik vor Umwelteinfluss
· Fähigkeiten werden vererbt: Nur was genetisch gespeichert ist, kann an die nächste Generation weitergegeben werden.
· Phänotyp vs. Genotyp: Was wir im Volk beobachten, ist immer eine Mischung aus Erbgut und Umwelt. Da nur das Erbgut zählt, müssen wir gezielt die Genetik steuern.
Die Biologie nutzen (Drohnen & Vielfalt)
· Der Drohn als Kopierer: Drohnen verändern das Erbgut nicht, sie kopieren es lediglich ("CopyShop").
· Genetische Vielfalt: Durch die Paarung entstehen Millionen Möglichkeiten für Eizellen – keine Biene ist identisch mit ihrer Schwester.
· Wildgenetik einbinden: Erfolgreich überlebende Wildvölker sollten/können als Drohnenspender genutzt werden, um wertvolle Überlebensgene (ca. 10 % Anteil) einzukreuzen.
Pragmatische Zuchtauswahl
· Kombinationseignung: Wähle nicht den einmaligen "Topscorer", sondern Königinnen, die mit vielen verschiedenen Partnern stabil gute Ergebnisse liefern.
· Mut zur Lücke - Das Ampelsystem: Selektion bedeutet Entscheidung. Dr. Mallwitz nutzt ein einfaches Farbschema (Grün/Gelb/Rot) und kalkuliert fest ein, dass ein Drittel der Königinnen für die Weiterzucht ungeeignet ist.
· VSH sichtbar machen: Selektiert wird direkt an der Brut: Wer Milben nicht ausräumt, wird selbst "ausgeräumt" (aus der Zucht genommen).
Strategiewechsel in der Imkerei
Wir müssen weg von der ständigen Behandlung, die natürliche Auslese verhindert. Ein möglicher Weg ist die Bestandsteilung: Eine Gruppe wird für Honig klassisch geführt, die andere Gruppe dient der harten Selektion auf Widerstandsfähigkeit.
Fazit: Machen statt Rechnen
Versteht die Prinzipien, bleibt regional und habt keine Angst vor Fehlern bei der Auswahl.
Ralf Alles / Ulli Schmidt
Nachtrag: Frank Mallwitz hat zu dem Thema ein Buch geschrieben.
Wer nachträglich noch ein Buch erwerben möchte, wende sich direkt an:
https://greenhoney.eu/KingsForQueens/Buch/Buch.html